Ich habe meine Website mit Claude gebaut. Ist das wirklich alles so einfach?

Claude AI ist derzeit wirklich in aller Munde.
Die KI aus dem Hause Anthropic wird gerade überall gefeiert und gefühlt jeder zweite erzählt dir momentan, dass man Webseiten heute komplett mit KI bauen sollte – und dass man ja eigentlich dumm wäre, es nicht zu tun.
Und natürlich war ich neugierig.
Ich selbst nutze Claude übrigens schon ziemlich lange – allerdings bisher eher für einzelne Code-Snippets, die ich dann in Webseiten einfüge, um bestimmte Bereiche ein bisschen „anzupimpen“, hübscher zu machen oder kleine Spezialfunktionen einzubauen.
Das funktioniert wirklich gut.
Aber inzwischen kann Claude eben auch komplette Webseiten erstellen. Also dachte ich mir:
Okay, probieren wir das mal aus.
Und vorweg:
Ich bin grundsätzlich ein großer Fan von KI. Ich nutze KI jeden Tag. Ich arbeite begeistert mit den KI-Funktionen von Wix Studio, mit Wix AI Website Builder und auch mit den KI-Tools von Divi AI.
Der große Unterschied ist allerdings:
Diese Systeme wurden dafür entwickelt, unterstützend zu arbeiten.
Das bedeutet:
- Du kannst später noch alles visuell bearbeiten.
- Du kannst Dinge verschieben.
- Bilder austauschen.
- Farben ändern.
- Layouts umbauen.
Und genau das geht bei Claude eben nicht so einfach.
Was mit Claude wirklich beeindruckend gut funktioniert
Man muss fairerweise sagen:
Claude kann verdammt schnell ziemlich moderne Webseiten bauen.
Und zwar wirklich schnell.
Vor allem Responsive Design funktioniert erstaunlich gut. Die Seiten sehen oft direkt modern aus und passen sich automatisch sauber an verschiedene Bildschirmgrößen an.
Wenn du noch gar keine Ahnung hast, führt Claude dich Schritt für Schritt durch den Prozess:
- Was möchtest du bauen?
- Welche Farben willst du?
- Welche Stimmung soll die Website haben?
- Welche Inhalte brauchst du?
Du kannst sogar Referenzen hochladen oder Bilder mitgeben.
Wichtig dabei:
Die Bilder sollten idealerweise vorher schon im richtigen Format vorbereitet sein.
Dann baut dir Claude innerhalb von Sekunden eine moderne Website zusammen.
Und ja — das sieht erstmal ziemlich beeindruckend aus.
Aber hier kommt das große Aber
So schön und fancy das alles erstmal aussieht:
Mit Claude bist du als Designer plötzlich viel näher an einem Entwickler als an einem klassischen Webdesigner.
Und genau das unterschätzen gerade extrem viele.
Denn du arbeitest nicht mehr in einem visuellen System wie:
sondern im Grunde permanent über Prompts.
Das heißt:
Du verschiebst Dinge nicht einfach per Drag & Drop.
Du schreibst:
„Bitte ändere diesen Bereich.“
„Bitte verschiebe das.“
„Bitte passe das Spacing an.“
„Bitte ändere die mobile Ansicht.“
Und das kann unglaublich umständlich werden.
Vor allem dann, wenn du anfängst, wirklich an Details zu arbeiten.
Wenn dich WordPress schon genervt hat, wird Claude dich vermutlich erst recht nerven
Und das meine ich überhaupt nicht abwertend.
Aber viele unterschätzen einfach, wie technisch das Ganze wird – ich übrigens auch.
Denn spätestens wenn du anfängst:
- SEO einzurichten,
- Analytics einzubauen,
- Tracking korrekt zu konfigurieren,
- Fehler zu beheben,
- Performance-Probleme zu lösen,
- Dinge responsive sauber anzupassen,
wird aus der „super schnellen KI-Website“ plötzlich ein ziemlich großes Projekt.
Und wenn irgendwo Fehler auftreten?
Dann musst du diese ebenfalls wieder über Prompts lösen. Wenn das nicht gerade dein Kerngeschäft ist oder wirklich dein Hobby, dich mit sowas auseinanderzusetzen, dann würde ich nochmal überlegen.
Denn das bedeutet für dich:
Du brauchst nicht nur Designverständnis, sondern auch technisches Verständnis und ziemlich viel Geduld.
Wie gesagt, wenn du daran Spaß hast:
Super.
Dann kann Claude wirklich ein spannendes Tool sein.
Wenn du allerdings einfach nur eine Website möchtest, die du sauber managen kannst, ohne dich ständig mit technischen Problemen herumzuschlagen, dann wird es schnell anstrengend.
Und jetzt zu diesem ganzen Thema „Hosting in Deutschland“
Viele werben aktuell damit, dass man mit Claude seine Website „in Deutschland hosten“ könne.
Das wird dann oft als riesiger Vorteil dargestellt.
Und ja:
Bei klassischen WordPress-Hostern wie:
ist deutsches Hosting natürlich problemlos möglich.
Aber wie ist das eigentlich bei Wix und Wix Studio?
Dort wird nämlich nicht in Deutschland gehostet.
Und trotzdem dürfen Unternehmen in Deutschland Wix ganz legal nutzen.
Warum?
Weil die DSGVO nicht verlangt, dass ein Server zwingend in Deutschland stehen muss.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt, den viele falsch verstehen.
Entscheidend ist nicht nur der Serverstandort, sondern:
- wie Daten verarbeitet werden,
- welche Datenschutzmaßnahmen existieren,
- ob Auftragsverarbeitungsverträge vorhanden sind,
- ob Nutzer transparent informiert werden,
- und ob Cookie-Consent sauber umgesetzt wird.
Wix arbeitet mit Datenschutzvereinbarungen, Sicherheitsmaßnahmen und DSGVO-Dokumentationen. Deshalb kann Wix grundsätzlich DSGVO-konform genutzt werden.
Die eigentlichen Datenschutzprobleme entstehen übrigens oft gar nicht durch das Hosting selbst, sondern durch Drittanbieter wie:
- Google Analytics,
- Meta Pixel,
- externe Fonts,
- YouTube-Einbettungen,
- Newsletter-Tools,
- Chat-Widgets.
Und hier passiert etwas Interessantes:
Eine Wix (Studio)-Seite kann datenschutztechnisch am Ende sauberer sein als eine WordPress-Seite auf deutschem Hosting mit 25 fragwürdigen Plugins.
Das vergessen viele komplett.
Hier persönliches Fazit
Ja — eine Website mit Claude zu erstellen ist schnell und wie ich finde beeindruckend.
Und ja — du kannst damit wirklich schicke Designs bauen.
Aber:
Du musst technisch deutlich mehr Verantwortung übernehmen.
Wenn du Lust darauf hast, tief einzutauchen, zu testen, zu prompten und dich mit technischen Themen zu beschäftigen, dann kann das ein extrem spannendes Tool sein.
Wenn du allerdings eine Website möchtest, die du langfristig:
- einfach erweitern,
- selbst pflegen,
- sauber managen
- und unkompliziert bedienen kannst,
dann würde ich dir persönlich aktuell tatsächlich eher klassische Systeme empfehlen.
Und ganz vorne liegt für mich momentan tatsächlich Wix Studio.
Denn Wix Studio hat inzwischen eine wirklich starke KI integriert.
Du kannst dir dort inzwischen komplette Wireframes und Seitenstrukturen generieren lassen und musst am Ende oft nur noch:
- deine Inhalte,
- deine Bilder
- und deine Texte ergänzen.
Der riesige Vorteil:
Du kannst später trotzdem alles visuell anpassen.
Und das macht im Alltag einen gigantischen Unterschied.
SEO ist deutlich einfacher.
Analytics ist extrem schnell eingerichtet.
Mehrsprachigkeit funktioniert sauber.
Shops lassen sich einfach integrieren.
Buchungssysteme ebenfalls.
Und vor allem:
Du kannst die Website später problemlos erweitern, ohne jedes Mal wieder in technische Prompt-Schleifen abzutauchen.
Natürlich hat auch Wix Studio seine kleinen Stolperfallen — jedes System hat die.
Aber wenn man das System einmal richtig verstanden hat, ist es unfassbar effizient.
Schau hier auch gerne in meinen Wix Studio Kurs. Auf den hast du ohne Beschränkungen Zugriff, dieser wird ständig erweitert und du kannst dir auch Videos wünschen.
Gerade dann, wenn du dich eigentlich auf dein Business konzentrieren möchtest und nicht zusätzlich noch halb Entwickler werden willst.
Deshalb ist meine persönliche Reihenfolge aktuell tatsächlich:
- Wix Studio
- WordPress
- reine KI-generierte Webseiten über Claude
Und genau deshalb setze dann wohl doch persönlich aktuell weiterhin lieber auf Systeme, die KI sinnvoll unterstützen — statt Systeme, bei denen die KI das komplette Fundament ersetzt.
Dieser Artikel ist von
Caroline Drblik